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Bürgerschützenverein Ahlen seit 1688

 

 

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Historische Eindrücke

(der Festschrift zum 300-jährigen Jubiläum im Jahre 1988 entnommen)

Festschrift von 1988

 

 

1927
König Carl Krämer
Königin Sophia Beumer
Vorstandsbeschluß am 17. Januar: "Bezüglich der Wahl der Königin soll der Vorstand sich nach Möglichkeit frühzeitig vergewissern, daß der betr. Schütze eine Königin bestimmt in Aussicht hat, weil andernfalls die Besetzung des Thrones mit Schwierigkeiten verbunden ist."
1928
König August Schimmel
Königin Frau Fritz Hercher
Generalversammlung am 13. Februar: "Um auch den Schützen mit schlechten Augen Gelegenheit zur Teilnahme am Schießen zu geben, soll eine Kleinkaliberbüchse mit Zielfernrohr zur Konkurrenz zugelassen werden."
1929
König Emil Lünne
Königin Frl. Käthe Weber (Langschädel)
Vorstandsbeschluss: "Der Zapfenstreich am Samstagabend bleibt, verbunden mit Ständchen bei König und Königin. Die bisherige Sauferei soll von jetzt ab grundsätzlich fortfallen. Das Offizierskorps bleibt während des Ständchens auf der Straße."
1930
König Franz Schulte
Königin Frau H. Tovar
Aus dem Protokoll der Gerneralversammlung: "In ganz hervorragender Weise hatte die Fa. Langschädel (Radiohaus) mit der Grammophon-Übertragung durch Lautsprecher zur Verschönerung der Veranstaltung beigetragen."
1931
kein Schützenfest
Beschluß der Vorstandssitzung am 22. April: "...infolge der immer zunehmenden wirtschaftlichen Notlage von der Feier eines offiziellen Festes abzusehen."
1932
König Carl Lepine
Königin Toni Gretenkort
In der Generalversammlung Ende April wurde der Vorschlag des Vorstandes, das Schützenfest durch ein Militärkonzert zu ersetzen, mehrheitlich abgelehnt. Stattdessen beschloß man, am 17. Juli das "offizielle Schützenfest" zu feiern.
1933
König Bernhard Rubbert
Königin Bernhardine Schwienhorst
Vorstandsbeschluss im März:"Um halb neun (am Vorabend des Festes) findet im Saale Neuhaus ein Schützenkommers in Form eines deutschen Abends statt. Um der Veranstaltung eines besondere Note zu vergeben, soll der musikalische Teil von einer Musikkapelle durchgeführt werden."
1934 und 1935
kein Schützenfest
1936
Dr. Otto Hercher - Stadt- und Bataillons-Schützenkönig
Aus der Chronik: "Am Samstagnachmittag traten die fünf Ahlener Bataillone in recht stattlicher Zahl vor ihren Vereinslokalen zum Königsschießen an. Wir schossen im Schützenhof. Es wurde eifrig auf den Vogel geknallt. Beim 316. Schuß holte Schützenbruder Dr. Otto Hercher die letzten Reste des Vogels herunter..."
1937
König Ernst Schalck
Königin Frau Dr. Otto Hercher
Aus der Chronik:"Zur weiteren Werbung für den Schießsport soll eine Jungschützentruppe in´s Leben gerufen werden. Die Vorbereitungen sind eingeleitet."
1938
König Theodor Rogmann
Königin Änne Koch
Einfügung von Schützenbruder Rogmann, dem König dieses Jahres:
"Der Ehrgeiz, daß der traditionelle Ahlener Bürgerschützenverein würdig vertreten sein müßte, veranlaßte mich, mich für die Erringung der Königswürde einzusetzen. Nachdem schon reichlich auf den Vogel geschossen war, brachte mein erster, wohlgezielter Schuß denselben zur Strecke..."
1939
kein Schützenfest

Aus der Feder Carl Krämers (Ehrenvorsitzender):
"Am 1. August 1939 setzte der 2 te Weltkrieg ein, und somit ist von da ab kein Schützenfest mehr gefeiert worden..."
Diese Eintragung ist wahrscheinlich erst nach vielen Jahren erfolgt; denn den Verfasser hat offensichtlich sein Gedächtnis im Stich gelassen. Der Zweite Weltkrieg hat nicht am 1. August 1939, sondern erst einen Monat später, am 1. September, begonnen.
Fest steht jedoch, daß es schon in diesem Jahr in Ahlen kein Volksschützenfest mehr gegeben hat.

1950
König Hans Röschinger
Königin Margret Krämer
Aus dem Protokoll der Frühjahrsversammlung:
"Dr. Fritz Hercher beantragte, die einzige anwesende Dame in den Vorstand zu wählen. Die Versammlung stellte die Abstimmung über diesen Vorschlag vorläufig zurück und erntete vom Antragsteller den Zuruf
'Schöne Demokraten'..."
1951
König Walter Holtermann
Königin Toni Mentrup
In der Generalversammlung im Dezember stellte Schützenbruder Hans Röschinger noch den bemerkenswerten Antrag, "für die Durchführung der künftigen Schützenfeste eine Avantgarde aufzustellen, um den Verein nach außen hin besser zu repräsentieren."
1952
König Hans Ostendorf
Königin Hilde Berlinghoff
Beim Schützenfest am 19. Juli thronte auf der Vogelstange zum erstenmal nach vielen Jahren wieder ein Vogel der aus früheren Jahren gewohnten soliden Bauart. Nach dem die Insignien abgeschossen worden waren, schaltete der "Schießmeister" auf "grobe Ladung" um. Dennoch waren 413 Schüsse nötig, ehe Hans Ostendorf die Königswürde errungen hatte.
1953
König Wilhelm Tombrock
Königin Tilda Bieling
Das Schützenfest erhielt, wie damals "Die Glocke" berichtete, "durch die neuen Uniformen der Chargierten und das vom Schützenhauptmann H. Röschinger geführte Jungschützenkorps einen besonderen Glanz."
1954
König Fritz Witt
Königin Trude Eckel
Die Frage der Errichtung eines Ehrenmals für die Toten der beiden Weltkriege, sowohl der Soldaten als auch der in Gefangenschaft verstorbenen, stand bei einer Versammlung von Vertretern aller Ahlender Schützenvereine zur Besprechung an. Die Finanzierung eines solchen Vorhabens, darüber war man sich von vornherein klar, konnte nur mit Hilfe der gesamten Bürgerschaft gesichert werden.
1955
König Dr. Anton Pieper
Königin Margret Lohmar
Beim Schützenfest passierte, was lange nicht mehr geschehen war: Vorsitzender Dr. Anton Pieper holte einen nahezu unbeschädigten Vogel von der Stange.
1956
König Bernhard Beckmann
Königin Annemarie Sudhoff
27 Offiziere (einschließlich des Jungschützenkorps) gehörten in diesem Jahr dem Offizierskorps des Bürgerschützenvereins an.
1957
König Benno Schulze-Eckel
Königin Mariechen Schulte
Großes Aufsehen erregte das Jungschützenkorps der Ahlener Bürgerschützen im August dieses Jahres. Es fiel durch sein schneidiges Auftreten bei der 300-Jahrfeier des Bürgerschützenvereins Coesfeld auf.
1958
König Gerhard Hüttemann
Königin Traudel Hinkelmann
In der Einladung zum Schützenfest appellierte der Vorstand an alle Schützen, "daß jedes Mitglied verpflichtet ist, an den Veranstaltungen und Festzügen des Vereins teilzunehmen." Anlaß für diesen Appell war die schlechte Beteiligung am Fest des vergangenen Jahres, aber auch an den übrigen Veranstaltungen.
1959
König Josef Rubbert
Königin Anne Budde
Mit einer Parodie auf den Schützenverein und das Schützenwesen sowie mit anderen unterhaltenden Vorträgen ernteten die Jungschützen auf dem Winterfst großen Beifall.
1960
König Dr. Hanns Knöpker
Königin Anneliese Dohmann
Um die Beteiligung der Schützen an ihrem Fest ging es wieder einmal in der Frühjahrsversammlung. Dabei wurden verschiedene Vorschläge zur Aktivierung der Schützen gemacht, so etwa zur Erhebung eins gesonderten Festbeitrages für alle jene Schützen, die sich nicht an den Umzügen beteiligten. Schließlich wurde ein Antrag angenommen, daß "Nichtmarschierer bei der Teilnahme an den betr. Festabenden für sich und ihre Familie einen Mehrbetrag von 5,- DM zu zahlen haben."
1961
König Theodor F. Leifeld
Königin Regine Winkelmann
Die Gestellung der Kutschen für das Schützenfest macht immer wieder und immer mehr Schwierigkeiten. Im Protokoll der Vorstandssitzung heißt es dazu:
"Es sind folgende Kutschen vorgesehen: Funke aus Heessen, Schlüter, Büttendorf, Schulte, Beerhorst und Kemper aus Ahlen. Bei Funke, Heessen stehen nur Pferde mit Kutsche ohne Kutscher zur Verfügung."
1962
König Wilhelm Krämer
Königin Mimi Linnemann
Für zehnjährige gewissenhafte Ausführung seines Amtes wurde beim Winterfest
1. Vorsitzender Dr. Anton Pieper mit einem silbernen Orden ausgezeichnet.
1963
König Friedhelm Grevel
Königin Ursula Nahrath
Bei der Auswahl des künftigen Königsordens stimmten neun Mitglieder in einer Vorstandssitzung für einen handgearbeiteten Orden aus Münster.
1964
König Werner Nafe
Königin Anni Dallmer
Vorstandsbeschluß vom 14.1.: "Die Bundeswehrangehörigen sollen oder können von den Mitgliedern eingeladen werden, da sie als auswärtige Gäste zu verstehen sind."
1965
König Werner Faust
Königin Gertrud Hercher
Die Vorstandssitzung wurde zur Weinprobe für das Winterfest: sechs Mosel- und sieben Rheinweine wurden für die Weinkarte ausgewählt. In der Vorstandssitzung am 31. März wurde bemängelt, daß die beim Winterfest ausgeschenkten Weine nicht der Auswahl des Vorstandes entsprochen hätten.
1966
König Josef Bröckelmann
Königin Änne Wittenbrink
Am Festsamstag hatte man das Problem, wie denn die Ergebnisse der Fußball-Weltmeisterschaft überkämen, (...) Am Schützenhof warteteten drei Fernsehapparate, die das Spiel Argentinien gegen Deutschland übertrugen. Die Spielpause nutzten die Schützen, um auf die Insignien zu schießen. Nach dem Fußballspiel setzte Schießwart Rüschenschmidt gleich die "schweren Böllermänner" ein.
1967
König Bernhard Gretenkort
Königin Marietheres Schmolke
Vom Schützenfest 1967 hatte der Schützenbruder Theo Schulze Beerhorst einen Film gedreht, der bei der ersten Aufführung innerhalb des Vorstandes begeisterten Beifall fand.
1968
König Gerhard Hüttemann
Königin Traudel Hinkelmann
Zum erstenmal in ihrer Geschichte haben die Bürgerschützen einen Kaiser. Gerhard Hüttemann, der bereits 1958 die Königswürde errungen hatte, schoß zehn Jahre später erneut den Vogel ab und wurde - den Statuten des Vereins entsprechend - zum Kaiser ausgerufen.
1969
König Dr. Walter Mentrup
Königin Renate Wältermann
Einen "Goldregen" für die Teilnehmer am Preisschießen gab es beim Schützenfest. 17 Mitglieder wurden mit der goldenen Plakette, weitere 7 mit einer Silberplakette ausgezeichnet.
1970
König Josef Sommer
Königin Annelie Leifeld
Erstmalig wurde im Bürgerschützenverein der Vogel bereits am Freitag abgeschossen. König wurde, nach 50-jähriger Mitgliedschaft im Bürgerschützenverein, Schützenbruder Josef Sommer.
1971
König Artur Hagenkord
Königin Helga Beckmann
Zum erstenmal in der Vereinsgeschichte lag der Jahreshauptversammlung am
19. Oktober neben dem Kassenbericht für das laufende Jahr auch eine Übersicht der finanziellen Lage des Vereins für das kommende Jahr vor. Dabei wurde deutlich, daß steigende Ausgaben in allen Bereichen eine geordnete Finanzwirtschaft immer schwieriger machen.
1972
König Karl Ludwig Hansen
Königin Elisabeth Neuhaus
Ein Schwein wurde zur Attraktion des Winterfestes. Es war der Hauptgewinn in der reich ausgestatteten Tombola.
1973
König Karl Vennemann
Königin Regine Winkelmann
Zum Ablauf des Schützenfestes heißt es in einer Nachlese:
"Es wird beschlossen, daß im nächsten Jahr keine Mädchen bei der Knüppelmusik mitmarschieren und mitspielen sollen. Notfalls müssen eben andere Kapellen engagiert werden."
1974
König Theo Junkmann
Königin Helga Wöhlert
Der Verein besann sich auf seine Tradition. In einer Vorstandssitzung wurde folgender Beschluß gefaßt: "Ein Archiv des Vereins ist anzulegen. Es soll versucht werden, weiteres Material zu besorgen."
Das Schützenfest wurde - wieder einmal - an zwei aufeinanderliegenden Tagen gefeiert. Das Vogelschießen fand bereits am Donnerstag, dem Feste Christi Himmelfahrt, statt.
1975
König Klaus Rehmann
Königin Fine Pohlkötter
Mit überwältigender Mehrheit sprach sich die Generalversammlung für eine Beibehaltung des Schützenzuges beim alljährlichen Fest aus, obwohl in diesem Jahr neben dem König und seinem Gefolge und dem Offizierskorps lediglich 20 Schützenbrüder am Umzug durch die Stadt teilgenommen haben.
1976
König Edmund Pollmeier
Königin Ulla Röer
Beim letzten Schützenfest im Schützenhof an der Beckumer Straße wurde Edmund Pollmeier König.
1977
König Horst Nahrath
Königin Hannemie Vennemann
Das Winterfest wurde zum erstenmal im Kettelerhaus gefeiert. Und im Theresienhof, so beschloß die Generalversammlung, soll nach 50 Jahren Pause wieder ein Schützenfest gefeiert werden. Die Jungschützen feiern ihr "silbernes" Jubiläum. Ausgerechnet ein Bayer war es, nämlich Hans Röschinger, der die Kompanie 1952 gegründet hatte. Jetzt leitet Franz Nahrath die Nachwuchstruppe.
1978
König Hans Brockmann
Königin Erika Detmar
Einen Offizierskommers will der Vorstand in das Programm des diesjährigen Schützenfestes einbauen. Er soll zum festen Bestandteil auch der künftigen Feste werden und jeweils am Abend des "Zwischentages" stattfinden.
1979
König Karl-Heinz Geers
Königin Beate Richter
Das Jabogeschwader der Bundeswehr in Rheine-Hopsten wurde von der Königskompanie besucht. Sie verbrachte dort einen ereignisreichen Tag.
1980
König Carl Holtermann
Königin Heidi Schulze Beerhorst
Einen "Schnapszahlkönig" gab es beim Schützenfest. Mit dem 555. Schuß erlegte Schützenbruder den Vogel.
1981
König Bernd Rehmann
Königin Dagmar Berenbrock
Erstmals nach 30 Jahren gelang es wieder einem Junggesellen, beim Schützenfest den Königsschuß zu tun: Bernd Rehmann, gerade von einem Argentinien-Aufenthalt zurückgekehrt, war der strahlende Sieger des Wettbewerbs um die Königswürde.
1982
König Manfred Schmolke
Königin Margret Rinke
Das hatte es lange nicht mehr gegeben: 687 Schuß waren notwendig, um den Königsvogel von der Stange zu holen. "Tick" Schmolke wurde neuer König der Bürgerschützen.
1983
König Bernd-Volker Blomberg
Königin Stefanie Seiling
Mit einer großen Feier im Kolpinghaus beging das Jungschützenkorps, gegründet von Hans Röschinger und jetzt unter dem Kommando von Hauptmann Franz Nahrath stehend, ein 30jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß gab der Nachwuchs der Bürgerschützen eine Chronik heruas, die alle Aktivitäten der Jungschützen in Wort und Bild festhält.
1984
König Rolf Blomberg
Königin Anne Niesing
"In der Familie" blieb die Königswürde des Bürgerschützenvereins: Nach Bernd-Volker Blomberg, der ein Jahr zuvor König wurde, schoß in diesem Jahr sein Bruder Rolf den Vogel ab.
1985
König Walter Rinke
Königin Marita Junkmann
Zum erstenmal nach 60 Jahren, nämlich seit dem Jahre 1925, überschritt der Bürgerschützenverein die 400-Mitglieder-Grenze. Vorsitzender Theodor F. Leifeld wertete in der Frühjahrs-Hauptversammlung diese Tatsache als Beweis für das intakte Vereinsleben.
1986
König Udo Hinkelmann
Königin Conny Budde
Nicht mehr als "Königsball" mit steifem Zeremoniell, sondern als "Schützenball" in aufgelockerter Athmosphäre soll künftig, so beschloß die Frühjahrsvollversammlung, der Festabend beim Schützenfest gefeiert werden.(...) Der folgende Sommer-Schützenball in der Stadthalle bestätigte diesen Beschluß auf eindrucksvolle Weise: Der Abend wurde auch besuchermäßig zu einem vollen Erfolg!
1987
König Benno Wältermann
Königin Brigitte Quante

In einer Vorstandssitzung im Oktober gab 2. Vorsitzender Schmolke einen Abriß des Programms für das Jubiläumsfest im kommenden Jahr und stellte dabei vor allem den ökomenischen Gottesdienst in St. Bartholomäus zum Auftakt des Festes heraus. Ferner gab er bekannt, daß jedes Mitglied zum Jubiläum eine silberne Gedenkmedaille erhalten wird. Auch eine neue Königskette ist in Planung.
Die Festschrift soll zum Auftakt einer Ausstellung über das Ahlener Schützenwesen 14 Tage vor dem eigentlichen Jubiläumsdatum vorgestellt werden. Der Festakt unter dem Stichwort "300 Jahre Bürgerschützenfeste Ahlen" wird in der Stadthalle begangen. Ein Kommers im Festzelt soll sich anschließen. 25 Gastvereine werden sich am Sternmarsch und Umzug durch die Stadt beteiligen.