Schützenfest 2026:

Auf die Tradition und die Zukunft

Mit viel alt hergebrachtem, aber auch einigen Neuheiten stand das Schützenfestwochenende 2026 gleichermaßen im Zeichen der Tradition wie der Zukunft.

Schon morgens kamen unsere Jungschützen – wie soll es auch anders sein – zum Frühschoppen zusammen. Traditionell statteten ihnen der König, Rainer Kortmann, und der 1. Vorsitzende, Carsten Heitfeld, einen Besuch ab.

Gemeinsam mit den Offizieren machte sich der Vereinsnachwuchs anschließend zum Treffen von Majestäten und Thron auf, zu dem Königin Rita Wirtz-Dufhues geladen hatte. Begleitet durch das Modern Wind Orchestra hieß es noch einmal Anstoßen auf das scheidende Königspaar Rainer und Rita.

Nach Antreten und Ständchen durch das Orchester wurden schnell letzte Kaltgetränke geleert – denn für die Bürgerschützen stand in diesem Jahr noch ein besonderer Abstecher auf dem Marschweg an: Ganz in der Nähe am Kapellenhof hatte sich der Gemütliche Westen mit seinem Königspaar Jörg und Juliane Beckamp versammelt. Zum 100-jährigen Vereinsjubiläum ließen wir es uns nicht nehmen, bei unserem befreundeten Verein anzutreten und gemeinsam das Lied der Jungschützen zum Besten zu geben.

Nach einem weiteren Stopp der Abteilungen im Biergarten des Chagalls ging es nun weiter zum Marktplatz zum traditionellen Antreten – ein wahres Highlight eines jeden Schützenjahres. Auch der pünktlich eintretende Regen konnte dem glanzvollen Anblick der festlichen Kleider, Uniformen und Fahnen nichts anhaben.
Gut geschützt durch bedachte Kutschen trat der Thron in Begleitung der prächtigen Parade nun seinen Weg in Richtung der Hela-Radrennbahn an. Nach einem feucht-fröhlichen Marsch wurde schließlich das Geschehen auf der Festwiese eingeläutet.

Ein letztes mal als amtierender König richtete Rainer Kortmann offiziell das Wort an seine Untertanen. Daraufhin stand eine besondere personelle Änderung an: Nach 12 Jahren übergab Heiner Gosda sein Amt als Hauptmann der Jungschützen an seinen Nachfolger, Nils Rittmeier.

Pünktlich gegen 16.30 setzte Rainer Kortmann den buchstäblichen Startschuss für das Königsschießen an der Vogelstange. Zugleich startete mit dem Kinderfest das bunte Treiben auf der Festwiese, das trotz des schlechten Wetterberichts unter erstaunlich trockenem Himmel stattfand.

Der 37. Schuss brachte gleich die erste Insignie zu Fall: Rainer Kortmann jun. konnte sich den Apfel sichern. Wenig später holte Christian Stroick mit dem 69. Schuss das Zepter. Heiner Gosda zog mit dem 150. Schuss nach, der der Krone galt. Kurz darauf ging durch den 157. Schuss von Chris Deiters die linke Schwinge zu Fall, woraufhin Olaf Rittmeier sich mit dem 164. Schuss die rechte Schwinge holte. Der 166. Schuss, abgefeuert durch Lars Rinke, galt dann dem Stoß. Obwohl der Vogel nun um seine Insignien erleichtert war, erforderte es noch einen zähen Wettkampf, um den ihn endgültig von der Stange zu holen.

Gut, dass es schon im vorherigen Verlauf einen wagemutigen Jungschützen gegeben hatte, der sich durch das Vogelschießen herausgefordert gefühlt hatte. Sein Name: Jan Peters. Im Rahmen einer Feldbeförderung ließ er sich kurzerhand aus dem Jungschützenkorps verabschieden, um nun siegessicher den Gang zur Vogelstange anzutreten. Nach einem finalen „Go“ seiner potenziellen Königin gelang es ihm – spontan aber souverän – den Überbleibseln des einst so prächtigen Vogels den letzten Stoß zu versetzen. Der 319. Schuss machte ihn zum neuen König der Bürgerschützen – und brachte damit nicht nur seine ehemaligen Jungschützen-Kameraden zum Jubeln. Auch die Königin an seiner Seite, Anna Schütz, wurde mit herzlichen Glückwünschen durch Rita Wirtz-Dufhues in den Kreis der Königinnen aufgenommen.

Was nun folgte waren 3 Tage ausgelassenes Feiern:

So wohnten die frischgebackenen Majestäten nicht nur dem  Jungschützenschießen am Freitag bei, das durch Reise-nach-Jerusalem-Champion Mika Schünemann siegreich beendet wurde. Auch die Offiziersversammlung sowie die Jungschützenparty am Abend wurden unter ihrer Regentschaft zum vollen Erfolg – und das, ohne dass es einer einzigen Europalette an den Kragen ging.

Der Samstag würdigte noch einmal die traditionsbewusste, elegante Seite der Bürgerschützen. Nach einem Schützengottesdienst im Zeichen der langen Vereinsgeschichte ging es wieder ins Festzelt, wo der Königsball den glanzvollen Höhepunkt des Festes bilden sollte. Dazu gehörte auch die Vorstellung des Ordens durch den Vorjahreskönig, Rainer Kortmann, sowie die Ehrung der Jubelkönigspaare.

Der erste Tanz des Königspaares zu „Can’t take my eyes off you“ unter musikalischer Begleitung von „Merilyn – die Partyband“ füllte schnell die Tanzfläche.

Einzig die Ehrungen der erfolgreichsten Vereinsschützen standen an, bevor es ausgelassen in den lockeren Teil des Abends übergehen konnte. Als „schon echt gruselig“ bezeichnete Adjutant Jan Kaplan dabei die Leistungen von Martin Büscher, der es beim Plakettenschießen auf 49 von 50 Ringen gebracht hatte.

Von einer königlichen Gesangseinlage  zu „Highway to Hell“,  über Stage-Diving bis hin zum traditionellen Eierbacken beim König – dieser Königsball hatte einfach alles, was es braucht, um als erinnerungswürdig in die Vereinsgeschichte einzugehen.

Dennoch rief bereits am Sonntagmittag wieder die königliche Pflicht: Das Stadtschützenfest an der Seite aller Ahlener Schützenvereine. Herzlichen Dank an den Gemütlichen Westen, der uns zu Ehren seines Vereinsjubiläums willkommen hieß und auch den Stadtschützenkönig stellt: Günter Kazmierczak.

Nach solch einem gelungenen Schützenfest gilt es nur eines zu sagen:
DANKE an Mitglieder und Gäste, ohne die es nur halb so schön gewesen wäre. Und natürlich an alle Helferinnen und Helfer, die Stunden damit verbracht haben, zu organisieren, aufzubauen, zu dekorieren und abzubauen.

Nun freuen wir uns auf ein unvergessliches Thronjahr mit Jan, Anna und ihrem Hofstaat!