Mit einer schlichten Zeremonie hat eine Abordnung aus allen Gliederungen des Bürgerschützenvereins einen Kranz zur Ehrung der Gefallenen und Verstorbenen des Vereins am Kriegerehrenmahl niedergelegt. Statt der üblichen Abnahme des Bataillons auf dem Marktplatz gab es, angesichts der Corona – Pandemie,am Fronleichnamstag einen kleinen Aufmarsch des Offizierskorps in Uniform und mit Schützenhut – natürlich unter Einhaltung der geltenden Abstandsregeln. Die Monarchin Kristina Lützow verfolgte mit ihrem König Thomas Klotz die Zeremonie.  Beide leiteten mit dem Graderücken der Kranzbänder das dann nunmehr zweite Jahr Ihrer  Amtszeit als Majestäten des Bürgerschützenvereins ein.

Oberleutnant Holger Steinhoff und Hauptmann Peter Grebenstein trugen den Kranz, mit dem der Bürgerschützenverein Ahlen seine gefallenen und verstorbenen Mitglieder ehrt. Es war der einzige Programpunkt, der trotz Corona stattfinden konnte.

Normalerweise  hätten wir Bürgerschützen am Fronleichnamstag 2020 den Nachfolger von seiner Majestät Thomas Klotz an der Schützenstange ausgeschossen. Doch wie alle anderen Vereine im Lande wurden auch wir Grünröcke gezwungen, unser diesjähriges Hochfest ausfallen zu lassen. Verbundenheit zeigen wir aber dennoch, denn zahlreiche Schützenbrüder und – Schwestern folgen dem BSV-Aufruf, sich dennoch mit Uniform, Hut und Vereinsemblem ablichten zu lassen. Entstanden ist eine  bunte Collage. Eines wird dabei ganz deutlich: „Die anfängliche Trauer über die erzwungene Festabsage ist mittlerweile einer großen Vorfreude gewichen“, sagte Oberst Frank Beier. „Wir sind fest davon überzeugt, dass die Aktivitäten im Jahr 2021 einigen Anschub bekommen werden.“

Geschätzte Freunde des Ahlener Schützenwesens. Die aktuelle, sehr dynamische Entwicklung der Auswirkungen des Corona Virus hat auch unseren Bürgerschützenverein  Ahlen e.V. erreicht.

Täglich werden wir mit neuen Hiobsbotschaften konfrontiert und wir brauchen alle Kraft und Energie unseren Alltag zu bewältigen. Viele Menschen kommen aktuell an die Grenze ihrer Belastbarkeit und werden vor gravierende Probleme gestellt.

Auch unser Verein bleibt aufgrund der Pandemie  nicht davor verschont und wir können keine verlässliche Prognose abgeben, wie sich unser Alltag in Zukunft gestaltet.

Die Auswirkungen der Corona Pandemie haben den Vorstand zu der konsequenten Entscheidung veranlasst, das Bürgerschützenfest Ahlen 2020 abzusagen.

Wir folgen somit dem Verbot der Landesregierung NRW und der Anweisung unseres Bürgermeisters Dr. Alexander Berger, bis Ende August kein Schützenfest zu feiern.

Diese Entscheidung beruht insbesondere auf der moralischen Verantwortung gegenüber den Menschen.

Uns ist bewusst, dass wir uns in schwierigen Zeiten befinden und das alle mit einer gewissen Unsicherheit auf das Jahr 2020 blicken. Nichts desto trotz sind wir guter Hoffnung, dass sich diese einschneidende Situation im zweiten Halbjahr soweit gebessert hat, das wir im November unsere Jahreshauptversammlung durchführen können.

Im Namen des Vorstandes

Horst Schenkel
1.  Vorsitzender

Feierliche Übergabe der runderneuerten Tafelfahne des Bürgerschützenvereins Ahlen an den erweiterten Vorstand: Oliver Rasfeld, Jörn Ringelkamp, Josef Ostermann, Dirk Rösner, Karsten Havighorst, Harald Ulfig, Frank Beier, Marcel Jäger, Jan Kaplan, Thomas Klotz, Peter Grebenstein, Theo Ostermann, Holger Steinhoff, Bernd Schulze Beerhorst und Horst Schenkel (v.l.).Ein undatiertes Bild aus dem Archiv des Bürgerschützenvereins Ahlen zeigt die Tafelfahne bei einem Festumzug über den Marktplatz vor dem Reisebüro Pieper; rechts das damalige Hotel Pieper. Die Aufnahme entstand vor dem Zweiten Weltkrieg, vermutlich in der Weimarer Zeit.

Neuer stellvertretender Schützenbataillonskommandeur wurde Major Hendrik Koch. Mit der Berufung Kochs wird das neue Konzept des Oberst Beier umgesetzt: Jeweils im geschäftsführenden Vorstand des Militärischen Vorstandes einen Offizier in den 50er, Einen in den 40er und Einen in den 30er Lebensjahren zu besetzen, so dass in Zukunft ein „Generationswechsel“ immer sanft vollzogen werden kann. Für seine besondere Verbundenheit mit dem Jungschützenkorps steht der neue Major seit Jahren als Gastgeber des Jungschützenfestes zusammen mit seiner Frau Aline auf seinem Hof am Kälberbach.

Adjutant des Oberst ist fortan der ehemalige Fahnenoffizier der Jungschützen Leutnant Jan Kaplan. Für Jan Kaplan war der Eintritt in den Militärischen Vorstand ein fliegender Start. Mit einer klassischen Jungschützenlaufbahn, die ihn letztendlich zum Kammerbullen machte und dem schnellen Weg des stellvertretenden Königsoffiziers auf dem Winterfest, wurde er schnell zum Fahnenoffizier der Jungschützen und zeichnete sich immer durch seinen selbstlosen Einsatz für das Jungschützenkorps aus. Die Berufung zum Adjutanten des Oberst ist in der Geschichte des BSV nicht selten ein Sprungbrett für Größeres.

Am Abend des Schützenfestfreitages kamen die Bürgerschützen im Festzelt am Südwall zum Kommers zusammen. Dabei stehen in jedem Jahr die treffsichersten Mitglieder im Mittelpunkt. Besonderen Dank sprach der neue Oberst Frank Beier seinem Amtsvorgänger Marcel Damberg für seinen Einsatz in den vergangenen Jahren aus. „Ich schenke ihm heute keine Orden, denn derer hat er ja genug“, sagte Beier mit Augenzwinkern und holte einen Füllfederhalter hervor. „Ich denke, den kannst du besser gebrauchen, denn du bist jemand, der wichtige Dinge gerne verschriftlicht.“ Der Clou bei dem Geschenk: grüne Tinte. Diese steht nicht nur symbolisch für das Schützenwesen, sondern sei in Amtsstuben nur dem höchsten Posten vorbehalten. Damit spielte der Gratulant auf Dambergs beruflichen Werdegang zum Schulleiter an. Ehefrau Britta Damberg, die in der Vergangenheit bei so vielen Terminen auf ihren Gatten verzichten musste, erhielt gleich zwei Blumensträuße – Einen von Frank Beier und Einen von ihrem Mann, was sie sichtlich rührte.

Im feierlichen Rahmen des Bürgerschützenfestes wurden die Amtsgeschäfte des Oberst Marcel Damberg als Schützenbataillonskommandeur an seinen Nachfolger Oberst Frank Beier übergeben.

Marcel Damberg, der beruflich stärker eingebunden ist als bisher, verabschiedet sich aus seiner Position die er acht Jahre innehatte. Während dieser Zeit erschoss er sich die Königswürde im Jahre 2017.  „Wir haben einen kommandierenden Oberst verloren und einen Offizier der alten Schule für die I. Kompanie wieder gewonnen.“ 

Sein Nachfolger wurde der langgediente und bisherige Major Frank Baier der mit ihm den Militärischen Vorstand die letzten Jahre geprägt hat. Ein letztes Mal kommandierte Oberst Damberg die Abnahme des Bataillons, das auf dem neu gestalteten Marktplatz Aufstellung bezog. Ein prächtiges Bild bot sich dar, als neben den Formationen die zweispännigen Jagdwagen der Throngesellschaft vorfuhren.

Der Sponton ist eine Halbpike nach Art der Hellebarde wie sie bis Anfang des 16. Jahrhunderts von Offizieren der Infanterie neben dem Degen als Paradewaffe geführt wurde. In Preußen wurde der Sponton unter König Friedrich I. um 1688 eingeführt. Er war in fast allen europäischen Heeren verbreitet. Er galt auch als Standeszeichen der Infanterieoffiziere.

Das Jungschützenfest ist der letzte Termin der Formaldienstausbildung der Jungschützen, Offiziersanwärter und Fahnenabordnungen. Die Avantgarde des BSV hat in den letzten Jahren aus diesem Termin etwas ganz Besonderes gemacht: Vom Büfett auf Porzellan, über die Beförderungen, der Hut Taufe bis hin zum Jungschützen Königsschuss.

Pünktlich um 14 Uhr begann das Antreten in voller Uniform und mit Karabinern, wobei Spieß Julius Heuser genauestens auf die Einhaltung des Exerzierreglements achtete. Auch die neuen Fahnenoffiziere Leutnant Jan Hörster und Lt. Torben Hylsky nahmen am Exerzieren teil, um den sicheren Umgang mit dem Banner der Kompanie zu üben. Nach einigen Märschen durch die Bauernschaft Ester, kam die Kompanie wieder auf dem Hof an, wo Hauptmann Heiner Gosda den Inventarienverwalter OLt. Josef Ostermann begrüßte. Ostermann bedankte sie für den besonderen Empfang und übergab einen historischen Sponton als Geschenk an die Jungschützen. Aus Anlass seiner 25 jährigen Korpszugehörigkeit als Offizier und den Bedarf einer Spitze für die neue Jungschützenstandarte schaute sich Ostermann nach einem Sponton aus den 1840er Jahren um. Fündig geworden und nach Aufbereitung durch OLt. Raphael Fischer übereichte Josef Ostermann das historische Stück an den neuen Fahnenoffizier Lt. Jan Hörster.

Später ließ Hauptmann Heiner Gosda die Jungschützen zur Beförderung antreten Bent Gosda und Jan Peters erreichten dabei den höchsten im Jungschützenkorps zu vergebenden Dienstgrad Stabsfeldwebel. Stabsunteroffizier Phillipp Frenz wurde in seinem letzten Jahr als Jungschütze noch einmal zum Feldwebel befördert und bedankte sich bereits im Voraus mit einer Einladung zum Frühschoppen am Schützenfest-Donnerstag. Hausherr Hendrik Koch, sowie Andre Bockmühl erhielten im Anschluss an die Beförderungen ihr Offizierspatent aus der Hand vom Oberst Marcel Damberg. Als Fahnenoffizier der Jungschützen ist Bockmühl fortan Leutnant, Koch folgt als Major auf Frank Beier und ist nun stellvertretender Bataillonskommandeur.

Schließlich begann das Vogelschießen – ein heißes Rennen um die Königswürde der Jungschützen. Nachdem sich der Adler, geliefert durch Unteroffizier Leonard Kern, als zäh erwies, schaffte es Kammerbulle Jan Peters die Regentschaft zu erlangen.