Die dritte Kompanie unter dem Kommando von Hauptmann Norbert Deitermann traf sich in diesen Tagen in den Räumen von Heitkamm-Dachbaustoffe im Gewerbegebiet Vatheuershof. Unter der Federführung von Leutnant Gordon Waldmann wurde dort ausprobiert, was ein Fahrsimulator zu leisten imstande ist. Bis in die Nacht hinein genossen die Offiziere der dritten Kompanie eine Brotzeit und fuhren nebenbei immer wieder auf der Nordschleife um die Wette.

Einen Ausflug in die Geschichte des Bürgerschützenvereins Ahlen unternahmen am Sonntag mehr als 80 Besucher der zweiten Sonderausstellung im Obergeschoss der Gaststätte Geisthövel.

„Die heute als Gründungsjahr geführte Zahl 1688 bezieht sich lediglich auf den ältesten erhaltenen Schützenorden“, erklärte Inventarienverwalter Josef Ostermann. „Es ist inzwischen belegt, dass auch lange vorher schon Schützenfeste gefeiert wurden.“ Dazu gebe es interessante Ausführungen des Stadtchronisten Jürgen Rheker, der im Jahr 2012 gemeinsam mit einem eigens einberufenen Team den zweiten Band der Schützenhistorie herausgebracht hat.

Die Ausstellung umfasste neben zahlreichen Originalen – von der Kette bis zur Fahne – auch Abzüge von Aufnahmen aus dem BSV-Bildarchiv.

Die Gästeschar wurde ebenfalls von Sozial- und Kulturdezernentin Stephanie Kosbab bereichert, die sich sehr fürs Ahlener Schützenwesen interessierte. „Es ist festgehalten, dass die Feste und Versammlungen in den 1920er Jahren aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahl derart aus allen Nähten platzten, dass die Gründung weiterer Schützenvereine die Folge war“, erläuterte Ostermann und freute sich, dass der zweite Teil der Schau auf noch größere Resonanz stieß als der erste.

Neben der Ausstellung sorgte die Familie Rogalla für die Beköstigung der Schützen und ihrer Gäste.

Südwall, Hela-Radrennbahn und Berliner Park: Die bisherigen Festplätze und den voraussichtlichen Nachfolger erwanderten einige Aktive des Bürgerschützenvereins Ahlen am Samstagnachmittag. Vorsitzender Carsten Heitfeld (l.) skizzierte dabei Vor- und Nachteile der Anlagen vom Ambiente bis zur Infrastruktur mit Strom- und Wasseranschlüssen. Zum Abschluss kamen die Offiziere einer Einladung ihres Majors Hendrik Koch nach. Gemeinsam mit der Nachbarschaft am Homannsweg hatte er einen kleinen Weihnachtstreff auf dem Hof Bolsenkötter auf die Beine gestellt, der sehr guten Anklang fand. Für die Beköstigung sorgte das Team des „Pier 59“ um Philipp Bake. Da war einiges mehr als Glühwein im Angebot. Und zum Aufwärmen lockte eine Feuerschale.

Foto: Christian Wolff

Mit einem umfangreichen Tagesprogramm hat sich die Königskompanie des Bürgerschützenvereins Ahlen in diesen Tagen zwischen Wadersloh, Langenberg und Rheda-Wiedenbrück bewegt. Sprecher Bernd Schulze Beerhorst hatte die Tagesroute ausgearbeitet.

Nach der Begrüßung der Majestäten, darunter der amtierende König Bernhard Büscher, ging es per Bus zu Schloss Crassenstein. Das historische Gebäude in Wadersloh hat in den vergangenen Jahrzehnten eine wechselhafte Geschichte durchlebt: Herrensitz, Internat, Leerstand, Forschungseinrichtung und nach unklarer Zukunft heute Privatschule. Frank Röschinger, selbst ehemalige Majestät der Ahlener Bürgerschützen, übernahm die Führung. „Hier verbindet sich traditioneller Charme und das kulturelle Erbe eines Internats in einem historischen Schloss mit einer dynamischen und modernen Lehr- und Lernumgebung“, hielt er fest.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in einem Biergarten in Langenberg ging es zur Besichtigung des Radio- und Telefonmuseums im Verstärkeramt Rheda-Wiedenbrück. „Wir waren hier schon einmal mit den Offizieren und dabei sehr begeistert“, sagte BSV-Vorsitzender Carsten Heitfeld. „Man entdeckt hier bei jedem Besuch etwas Neues.“ Zu sehen gab‘s allerhand Technisches, das viele Fahrtteilnehmer nicht mal mehr aus Kindertagen kannten.

Als es am Nachmittag zurück nach Ahlen ging, gab es folglich ausreichend Gesprächsstoff. Zum Ausklang mit Abendessen kehrten die Bürgerschützen-Könige ins Lokal Geisthövel ein.

Quelle: Christian Wolff

Die außergewöhnlich lange Regentschaft von Thomas Klotz hat ein Ende: Nach 1092 Tagen im Amt konnte der Bürgerschütze am Abend des Fronleichnamstages endlich das Zepter weitergeben – und zwar an Bernhard Büscher, der den langen Kampf an der Vogelstange um 19.23 Uhr mit dem 262. Schuss endlich beendete.

Vorausgegangen war ein echtes Bilderbuch-Schützenfest unter blauem Himmel und auf einem neuen Festplatz, der allseits Anklang fand. „Hier solltet ihr jetzt immer feiern“, war auch der Tenor eines Schützenbruders aus dem befreundeten Verein in Herringen.

Doch auch schon in den Stunden zuvor ging es ausgelassen zu. Jungschützen und Offiziere hatten sich zur Einstimmung im Garten des Vereinslokals „Chagall“ getroffen, um danach unter den schattigen Bäumen des Stadtparks zum ersten Mal gemeinsam anzutreten. Der Umzug zum Marktplatz, wo Totenehrung und Kranzniederlegung folgten, war dann auch mit dem glanzvollen Abschiedsauftritt des scheidenden Hofstaats verbunden. Vorsitzender Carsten Heitfeld hob in seinen Begrüßungsworten hervor, dass es gerade in diesen Zeiten zwischen Pandemie und Krieg in Europa nicht selbstverständlich sei, ein solches Fest feiern zu dürfen. „Wir halten an unseren Werten fest und stellen sie gerne nach außen dar“, sagte er. Der Verein wolle ein Zeichen setzen. „Deswegen lassen wir uns an diesem Wochenende die Freude nicht nehmen.“

Großen Dank richtete der Vorsitzende auch an Bürgermeister Dr. Alexander Berger und sein Team aus der Verwaltung, die gemeinsam mit dem Bürgerschützen-Vorstand an einem Strang gezogen haben, um den Wechsel des Festplatzes schnell und unkompliziert über die Bühne zu bringen. „Das hat uns aus einer großen Misere befreit“, so Heitfeld.

Schließlich waren über dem Hela-Gelände die ersten Schüsse zu hören und die Insignienschützen begannen, ihr Werk zu verrichten. Als besonders treffsicher erwies sich dabei Inventarienverwalter Josef Ostermann, der neben Apfel (42. Schuss) und Zepter (43. Schuss) sogar noch den rechten Flügel (128. Schuss) von der Stange holte. Martin Büscher landete einen doppelten Treffer: Mit dem 132. Schuss sicherte er sich den Stoß, nachdem er mit dem 72. Schuss bereits die Krone heruntergeholt hatte. Und als Herr des linken Flügels notierte Schießwart Patrick Sunderkemper den Schützenbruder Winfried Brüggemann.

Was folgte, waren erstaunlich wenig Aspiranten und lange Schießpausen, die dafür sorgten, dass sich die Zaungäste vermehrt an den Ständen und vor dem Zelt tummelten als an der Vogelstange. „Will denn heute keiner König werden?“, fragte Oberst Frank Beier in die Runde, während einige Schützen die Suche nach möglichen Kandidaten aufnahmen. Den einen oder anderen Schuss setzten dann immerhin Gerd Buller und Sebastian Wels ab, bis mit Bernhard Büscher letztlich ein Kamerad nach vorne schritt, der es sich – nach Absprache mit der Familie – durchaus zutraute, dieses besondere Amt zu übernehmen.

Quelle: AZ, von Christian Wolff

Die Vorfreude auf das nahende Schützenfest stand am Dienstagabend jedem Bürgerschützen ins Gesicht geschrieben. Gut drei Jahre ist es her, dass sich die Offiziere in trauter Runde am Vereinslokal „Chagall“ treffen konnten, um Ehrungen und Beförderungen vorzunehmen, die Festtage vorzubereiten und weitere Unternehmungen zu planen.

Applaus und Extra-„Horrido“

„In diesem Jahr müssen wir uns mehr ins Organisatorische einbinden“, sagte Oberst Frank Beier. Das liege nicht allein an der langen Festpause, sondern vor allem am anstehenden Wechsel der Festwiese vom Ostwall zur ehemaligen Hela-Radrennbahn (wir berichteten). „Jeder Offizier, der in den Tagen vor Fronleichnam etwas Zeit investieren kann, ist bei der Vorbereitung willkommen.“ Beier blickte dabei auf stolze 62 Offiziere, die sich im eigens reservierten Biergarten versammelt hatten.

Langen Applaus und ein Extra-„Horrido“ ernteten an diesem Abend die Jubilare. Stolze 70 Jahre im Offizierskorps ist Ferdinand Brockmann. „Er wurde Mitglied, als es noch keine Jungschützenabteilung gab, daher die lange Zeitspanne“, erläuterte der Oberst. Ihr Goldjubiläum feierten derweil Ludger Eckel und Paul Eustergerling. Ebenfalls mit einem Orden bedacht wurde der vormalige Oberst Marcel Damberg, dem die militärische Führung bei dieser Gelegenheit noch einmal Dank für alles Geleistete aussprach.

Oberst Frank Beier (l.), Major Hendrik Koch-Jaspert (r.) und Adjutant Jan Kaplan (7.v.l.) mit den Geehrten und Beförderten aus dem Offizierskorps des Bürgerschützenvereins Ahlen: Sebastian Untiedt, Sebastian Schroer, Christian Bienek, Peter Thiele, Maximilian Bienek, Ferdinand Brockmann, Ludger Eckel, Olaf Rittmeier und Andreas Mathis (v.l.).

Schließlich durften einige der Anwesenden vortreten. Zum Oberleutnant befördert wurden Andreas Mathis, Olaf Rittmeier und Peter Thiele. Zum Leutnant befördert wurden Christian Bienek, Maximilian Bienek, Sebastian Schroer und Sebastian Untiedt.

Lob für „Herr der Fördertöpfe“

Lobende Worte gab?s für Josef Ostermann, der sich nicht nur als „Pöttkesminister“ beim Pöttkes- und Töttkenmarkt einen Namen gemacht hat, sondern innerhalb des Schützenvereins auch als „Herr der Fördertöpfe“ gilt. „Er hat so manche Finanzmittel für uns locker gemacht“, so Frank Beier. Bei einem internen Aufruf seien außerdem 2160 Euro an Spenden für die Kriegsopfer in der Ukraine zusammengekommen. Apropos Spenden: Von der Flutkatastrophe gebeutelte Schützen im Raum Ahrweiler erhalten vom BSV eine neue Fahne. Übergabe und Weihe sollen am 25. Juni in Anwesenheit einer Ahlener Abordnung in Rheinland-Pfalz erfolgen.

Der ursprünglich für den 24. September geplante Herbstausflug des Offizierskorps muss verschoben werden, da gleich mehrere Kegelclubs aus den Reihen der Mitglieder zur selben Zeit „auf Achse“ sind. „Es sei denn, ihr nehmt uns auf Eure Ausflüge mit“, flachste einer der Aktiven.

Der Oberst ermunterte alle Offiziere, vom 16. bis 18. Juni aktiv am Schützenfest im neuen Umfeld teilzunehmen.

Quelle: AZ, von Christian Wolff

Glückliche Gesichter bei den Jungschützen des Bürgerschützenvereins: Stephan Hipper ist neuer Regent der Abteilung, die am Wochenende zudem ihren runden Geburtstag beginnt. Mit dreifachem „Horrido“ wurde die neue Nachwuchsmajestät begrüßt – und musste prompt die obligatorische Bierdusche über sich ergehen lassen.

Zwischen Bierzelt und Lagerfeuer

Der Samstag vor dem Schützenfest ist traditionell für den Nachwuchs reservier. Die Jungschützen des Bürgerschützenvereins Ahlen nahmen erneut den Hof Bolsenkötter in Beschlag, wo sich auch zahlreiche Offiziere einfanden, um gemeinsam zwischen Bierzelt und Lagerfeuer zu feiern.

Im Mittelpunkt des Nachmittags stand das 70-jährige Bestehen der Jungschützenabteilung – optisch unterstrichen durch eine große Torte, verziert mit dem bekannten Signet der jungen Truppe. Als Vertreter für Hauptmann Heiner Gosda übernahm „Spieß in spe“ Julius Heuser das Kommando.

Nach dem ersten Exerzieren und der Begrüßung von BSV-Majestät Thomas Klotz sowie der militärischen Führung mit Oberst Frank Beier und Major Hendrik Koch-Jaspert wurden auf grüner Wiese Beförderungen ausgesprochen: „Kammerbulle“ Jan Peters wurde zum Oberstabsfeldwebel ernannt. Zu Stabsfeldwebeln befördert wurden Axel Bogdanowicz, Heinrich Winkelmann jr. und Tim Hofmeister. Oberfeldwebel nennen sich fortan Joshua Sumpmann und Leonard Kern. Christoph Aulbur und Timon Behrens marschieren von nun an als Feldwebel mit. Den Dienstgrad des Stabsunteroffiziers erreichten Nils Rittmeier und Louis Haver.

Nach den Regularien und den ersten Königshuldigungen war der Abend noch lange nicht vorbei. Bei Gesprächen im Feuerschein ließ es sich noch einige Stunden gut aushalten. Und der eine oder andere Schütze wechselte im Laufe des Abends noch den Feierort und reihte sich gut gelaunt ins Ahlener Stadtfest-Getümmel ein.

Quelle: AZ, von Christian Wolff

Inventarienverwalter Josef Ostermann berichtete über die Entstehung der neuen Chronik

Um die Enge des Alten Ratssaals zu umgehen und sich sogar mal unter freiem Himmel zusammenfinden zu können, hatte Bürgermeister Dr. Alexander Berger den traditionellen Empfang der Ahlener Schützenvereine bewusst auf Mittrops Hof verlegt. Doch dann kam der Schnee – und das Spitzentreffen wurde doch wieder ins Innere verlegt. Dennoch bot die Diele letztlich genug Platz.

Bürgermeister empfängt Abordnungen der Ahlener Schützenvereine

„Ich weiß, Sie alle haben harte Zeiten hinter sich“, bekannte das Stadtoberhaupt. Zwei Jahre ohne Schützenfeste, ohne neue Regenten und mit wenigen kleinen Lichtblicken hatte die Corona-Pandemie den Grünröcken beschert. Umso größer seien jetzt Wunsch und Wille, „es endlich mal wieder durchzuziehen“.

Bis auf den Allgemeinen Bürgerschützenverein (ABSV), der sich zu Christi Himmelfahrt mit einem internen Treffen begnügt, wollen alle Ahlener Schützenvereine wieder ein halbwegs normales Hochfest auf die Beine stellen – und zwar an den altbekannten Terminen, was natürlich in einigen Fällen wieder Terminkollisionen zur Folge hat.

Lebendiger Beweis einer friedlichen Tradition

Die vertretenen Regenten und Vorsitzenden hielten ebenfalls nicht hinterm Berg, dass die Kosten für die Ausrichtung zum Teil enorm gestiegen seien. Zelte, Bands und Caterer verlangten deutlich mehr als noch vor zwei Jahren. Hinzu komme die nötige Prüfung von Schießständen und Vogelstangen, die ebenfalls einen Kostenfaktor ausmachen. „Ich würde vorschlagen, dass wir in diesem Punkt gemeinsam ein Konzept erarbeiten“, sagte Dietmar Kupfernagel (Schützengemeinschaft Ahlen). Möglicherweise ließe sich durch ein geschlossenes Auftreten als Arbeitsgemeinschaft doch noch Kosten sparen.

Für Hans Droste aus Dolberg war der Empfang übrigens die erste Gelegenheit, die neue „kleine Stadtschützenkönigskette“ überhaupt zu tragen. Er berichtete den Anwesenden auch über eine angeregte Vorstandsdiskussion, ob angesichts des Krieges in der Ukraine überhaupt ein Schützenfest gefeiert werden soll. „Am Ende waren alle der Meinung: ja.“ Denn die Schützenvereine seien der lebendige Beweis dafür, dass jene Traditionsvereine für gesellschaftliche Werte, Zusammenhalt und den friedlichen Gebrauch von Waffen stehen. Gleichzeitig sollen sie daran erinnern, dass die Schützen aus den alten Bürgerwehren hervorgegangen sind und ein einträchtiges Miteinander wie sie es heute pflegen, nicht selbstverständlich ist. Droste erhielt viel Applaus für seine Ausführungen.

Einen eigenen Programmpunkt gestaltete an diesem Abend der Bürgerschützenverein Ahlen. Inventarien Verwalter Josef Ostermann berichtete über die Entstehung der neuen Chronik, die jeden einzelnen erhaltenen Orden des auf 1688 datierten Vereins beleuchtet. Jede Abordnung erhielt ein Exemplar als Geschenk. Darüber hinaus warb Ostermann für die Nutzung von Fördertöpfen. „Der Neustart der Vereine nach Corona wird auch vom Land kräftig unterstützt und es sind einige Fristen verlängert worden“, sagte er. Das könne sich lohnen. So hätten die Bürgerschützen wesentliche Teile ihres Buchprojekts, eine historische Ausstellung sowie das erste Biwak seit Pandemiebeginn im vorigen Herbst in wesentlichen Teilen über Fördermittel finanziert.

Quelle: AZ, von Christian Wolff

Grüße vom Bundestagsabgeordneten Henning Rehbaum, der die Bürgerschützen regelmäßig besucht, übermittelte Hauptmann Josef Ostermann – verbunden mit der Bitte, die Förderprogramme für Vereine weiter rege zu nutzen.

Adjutant des Oberst Oberleutnant Jan Kaplan, Oberst Frank Beier. Inventarien Verwalter Hauptmann Josef Ostermann und AZ Lokal Redaktor Leutnant Christian Wolff

Analoges von gestern trifft auf Digitales von heute und morgen

chw AHLEN / DORTMUND Wer erinnert sich noch daran, als Zeitungsseiten in Blei gegossen, bevor sie gedruckt wurden? Oder als ein Taschenrechner so groß wie ein Fernseher war? „Dasa“ – die größte Arbeitswelt-Ausstellung in Deutschland – zeigt?s in Dortmund.

Der kreative Lernort für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit mit Freizeitwert war am Samstag Ziel eines Ausflugs der Offiziere des Bürgerschützenvereins Ahlen. Das heutige Ausstellungsgebäude wurde im Jahr 2000 als dezentraler Standort der Weltausstellung „Expo 2000“ mit 13 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche fertiggestellt. Weiterhin ist es ein ausgewählter Ort der Initiative „Land der Ideen“.

Abschluss im Brauhaus

Die Schützen staunten nicht nur über die Exponate aus vergangenen Arbeitswelten ganz ohne digitale Hilfsmittel, sondern auch über aktuelle technische Beispiele und Modelle der Zukunft. Dabei zeigte sich, wie sich soziale Probleme über die Jahrhunderte hinweg immer wieder mit dem Arbeitsleben verbinden. Einige Ausstellungsbereiche luden die Teilnehmer direkt zum Mitmachen ein.

Im Anschluss kehrten die Ahlener im Hövels-Brauhaus ein. „Eine gemeinsame Fahrt mit dem Bus konnten wir lange nicht unternehmen“, sagte Oberst Frank Beier. Coronabedingt war der letzte Ausflug der Abteilung unter freiem Himmel als spätsommerliche Radtour erfolgt. Nun seien die Offiziere frohen Mutes, nicht nur wieder häufiger zusammenkommen, sondern auch ein Schützenfest feiern zu können.

Quelle: AZ, von Christian Wolff

Die Ahlener Bürgerschützen waren wieder auf Tour: Oberst Frank Beier (4.v.r.) begrüßte eine Abordnung des Offizierskorps in Deutschlands größter Arbeitswelt-Ausstellung in Dortmund.

Coronamaßnahmen lassen grüßen. Zugoffizier der Jungschützen Oberleutnant Bernhard Mathew

Carsten Heitfeld löst Horst Schenkel ab

Der Bürgerschützenverein Ahlen hat einen neuen Vorsitzenden: Carsten Heitfeld ist am Dienstagabend einstimmig zum Nachfolger von Horst Schenkel gewählt worden, der sich nicht mehr zur Wahl stellte. Heitfeld ist dem Traditionsverein seit Jahren verbunden, organisierte bereits das Kinderfest, war 2014 selbst Regent und tritt nun unter der Prämisse an, den Mitgliedern durch mehr Teilhabe eine stärkere Motivation für ehrenamtliches Engagement zu schaffen.

Zum eigenen Amtsende musste Horst Schenkel allerdings passen – krankheitsbedingt. Seine Vorstandskollegen sicherten jedoch zu, die Würdigung seiner Leistungen in den vergangenen neun Jahren bei einem späteren Termin zu würdigen. Ebenfalls neu gewählt wurden anschließend Andreas Schulze Beerhorst als stellvertretender Schatzmeister und Sebastian Schroer als zweiter Kassenprüfer neben Heiner Büscher.

Zur Jahreshauptversammlung, die jetzt wieder im Forum des Stammlokals „Chagall“ abgehalten werden konnte, hatte Vize-Vorsitzender Holger Steinhoff zuvor auch den Ehrenvorsitzenden Bernd Schulze Beerhorst sowie die „Dauermajestät“ Thomas Klotz begrüßt. In einer Schweigeminute erinnerte er an die verstorbenen Kameraden Dr. Walter Mentrup und Franz Nahrath.

Dass nach zweijähriger Pause von Fronleichnam an wieder ein Schützenfest gefeiert werden kann, ist für die Aktiven inzwischen sicher. „Alle sollten sich rechtzeitig einer Uniformanprobe unterziehen, da der eine oder andere coronabedingt abgenommen hat“, flachste Holger Steinhoff. Aktuell hat der Bürgerschützenverein 427 Mitglieder. „2012 waren es noch über 500“, erinnerte Schatzmeister Thomas Klotz im Jahresbericht. Da die meisten Neumitgliedschaften an Schützenfesttagen besiegelt werden, seien die Ausfälle der vergangenen zwei Jahren betrüblich gewesen. „Hinzu kommt, dass wir 2021 mehr Sterbefälle als in den Vorjahren verzeichnen mussten.“ Mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde dem Vorstand Entlastung erteilt.

Eine Diskussion entwickelte sich darüber, ob der Jahresbeitrag komplett, nur zur Hälfte oder gar nicht eingezogen werden sollte. „Ich gebe zu bedenken, dass das kommende Fest einiges mehr kosten wird als sonst“, so Klotz. Andererseits, betonte Olaf Rittmeier, dürfte ein gemeinnütziger Verein keine Reichtümer anhäufen. Patrick Sunderkemper warb dafür, die Chance zu nutzen, kostenintensive Projekte umzusetzen. Letztlich sprachen sich die Schützen mit breiter Mehrheit dafür aus, den Beitrag regulär einzuziehen. Eine stattliche Summe werde ohnehin in eine Sachspende – zwei Fahnen – für einen Schützenverein in der Hochwasserregion Ahrweiler investiert.

Die Berichte aus den Gliederungen fielen angesichts weniger Termine eher mager aus. Die aktuell 33 Mann starke Königskompanie sei immerhin zum Martinsgansessen zusammengekommen, warte aber dringend auf „Nachwuchs“, so Sprecher Bernd Schulze Beerhorst. Die Offiziere, für die Oberst Frank Beier sprach, konnten auf ein gemeinsames Biwak mit den Jungschützen, regelmäßige Stammtische im Lokal Geisthövel und einen Frühjahrsausflug verweisen. Für Pfingstdienstag stehe wieder eine Offiziersversammlung an. „Wir leben von der Teilnahme und nicht von Menschen, die auf irgendeiner Liste stehen“, sprach Heiner Gosda für die Jungschützen, die am 11. Juni alle Mitglieder zu ihrem Fest auf Hof Bolsenkötter einladen. Für 2023 sei eine Fahrt nach Berlin geplant. Außerdem gebe es einen Personalwechsel: Bernhard Mathew gibt sein Amt als Zugoffizier an Julius Heuser weiter. „Der Spieß bekommt außerdem einen Stellvertreter, so dass wir da künftig eine Doppelspitze haben“, so Gosda.

Grüße vom Bundestagsabgeordneten Henning Rehbaum, der die Bürgerschützen regelmäßig besucht, übermittelte schließlich Josef Ostermann – verbunden mit der Bitte, die Förderprogramme für Vereine weiter rege zu nutzen.

Carsten Heitfeld (l.) löst Horst Schenkel (r.)als 1. Vorsitzenden ab

Der neue Vorsitzende Carsten Heitfeld (6.v.l.) setzt auf ein eingespieltes Team – hier im erweiterten Vorstand des Bürgerschützenvereins Ahlen mit Schießhauptmann Patrick Sunderkemper, Schriftführer Hendrik Westhölter, Presseoffizier Dirk Rösner, Sprecher der Königskompanie Bernd Schulze Beerhorst, Hauptmann der Jungschützen Heiner Gosda, 2. Vorsitzender Holger Steinhoff, Schatzmeister Thomas Klotz, Justiziar Karsten Havighorst, 2. stelllv. Schriftführer Peter Grebenstein, Quartiermeister Lennart Hartmann, Inventarienverwalter Josef Ostermann und Oberst Frank Beier (v.l.).

„Ich nehme die Wahl an“. Carsten Heitfeld neuer 1. Vorsitzender neben dem Quartiermeister Lennart Hartmann

Schießhauptmann Patrick Sunderkemper warb dafür, die Chance , kostenintensive Projekte umzusetzen

Hauptmann der Jungschützen Heiner Gosda „Wir leben von der Teilnahme und nicht von Menschen, die auf irgendeiner Liste stehen“

Oberleutnant Bernhard Mathew gibt sein Amt als Zugoffizier…

….an Spieß Julius Heuser weiter. Jungschützenkönig wird Zugoffizier der Jungschützen.

Viele frühe Episoden aus der Geschichte des Bürgerschützenvereins Ahlen kamen erst zum 125-jährigen Bestehen als Licht. So fand Stadtchronist Jürgen Rheker handfeste Hinweise darauf, dass die Wurzeln der Gemeinschaft viel weiter als ins Jahr 1688 zurückreichen.

Doch der Blick ins Archiv weist auch in jüngerer Zeit eine Lücke auf, die zwar dank der Zeitungs- und Dokumentenarchive des Vereins weitgehend geschlossen werden kann, aber dennoch weitere Forschungen nötig macht. Es geht um ein fehlendes Buch in aufwendigem Einband, das viele Details über die Ahlener Schützengeschichte parat hält. „Im Jahr 1927 verfasste der damalige Vorsitzende August Schimmel eine Chronik der Bürgerschützen, in der er immer wieder aus einem Buch mit Protokollen zitiert, das uns leider nicht mehr vorliegt“, berichtet Theo Ostermann, der die Verwaltung der Inventarien inzwischen seinem Sohn Josef übertragen hat. Doch der Verbleib der sogenannten Schimmel-Chronik lässt den Ahlener dennoch nicht los. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Buch vernichtet worden ist.“ Erste Spuren hat der Senior gemeinsam mit seinem Sohn schon verfolgt. „Schimmel war eine bekannte, sehr geachtete Persönlichkeit in der Stadt, der in vielen Vereinen aktiv war.“

Am 17. April 1933 ist August Schimmel im Alter von 62 Jahren „nach kurzer schwerer Krankheit in einem Krankenhaus zu Dortmund“ verstorben, ist in einer Traueranzeige zu lesen, die kurz darauf in der „Ahlener Volkszeitung“ erschienen ist. Zu diesem Zeitpunkt muss sich das Buch noch im Besitz des früheren Vorsitzenden befunden haben. Theo Ostermann vermutet, dass es mitsamt des Nachlasses an die Verwandten gegangen ist, die allesamt nicht in Ahlen wohnten. „Schimmel hatte keine Kinder“, hat der frühere Inventarienverwalter in Erfahrung gebracht. In der Anzeige werden die Familien Ewald Schimmel, Theodor Turck und Adolf Luckhaus erwähnt – ebenso die Orte Ronsdorf, Hannover, Radevormwald, Wuppertal-Elberfeld und Dortmund. Irgendwo dort müsse demnach auch das besagte Buch stecken.

Die aufschlussreiche Anzeige in den Händen zu halten, war für Theo und Josef Ostermann nicht selbstverständlich. Denn sämtliche „AV“-Ausgaben des Jahres 1933 sind in Ahlen nicht mehr vorhanden. Originale gibt es auch nicht im Warendorfer Kreisarchiv, aber kurioserweise eine bislang nicht erfasste Sammlung auf Mikrofilm. Wer sie wann anfertigen ließ, ist unklar. Hilfestellung bei der Recherche leistete dabei Kreisarchivar Dr. Knut Langewand, der Scans anfertigen ließ.

Eigentlich sollte an diesem Samstag, 15. Januar, der traditionelle Winterball des Bürgerschützenvereins Ahlen in der Stadthalle gefeiert werden. Doch zum zweiten Mal ließ die Corona-Pandemie den Organisatoren keine andere Wahl, als das Ereignis abzusagen. In Zeiten, in denen es schwierig ist, das Vereinsleben zu gestalten, hat der Bürgerschützenverein bereits eine Reihe von alternativen Mitteln genutzt, um damit nicht nur Mitglieder, sondern alle interessierten Bürger anzusprechen, wobei Sinn und Zweck dieses Brauchtums nicht in Vergessenheit gerät. Zuletzt gab es eine Ausstellung im Saal der Gaststätte Geisthövel. Im Vorjahr wurde ein Buch über das Schützensilber veröffentlicht, daneben sind weitere Ausstellungen und Veröffentlichungen wie in dieser Zeitung vorgesehen. Die berechtigte Hoffnung, im Sommer erneut auf einen Holzadler anlegen zu können und endlich einen Nachfolger für den noch immer amtierenden Regenten Thomas Klotz zu finden, besteht unverändert. 

Text: Christian Wolff

Dr. Walter Mentrup

Wer Dr. Walter Mentrup kannte, wusste genau, dass ihn so schnell nichts erschüttern konnte. Hürden und schwere Schicksalsschläge wie der Verlust seiner geliebten Frau Ida brachten den aktiven Ahlener zwar ins Wanken, doch gänzlich umhauen ließ er sich nicht. Nur ganz zum Schluss musste er zugeben, dass ihn die Kräfte verließen.  Am Freitag ist Mentrup im Alter von 89 Jahren verstorben.

„Ich bin nicht mehr der alte Walter“, gestand er Mitte November mit angeschlagener Stimme, als er sich zum letzten Mal telefonisch in der Redaktion meldete, um das Fehlen der Beilage „Prisma“  in seiner Tageszeitung zu melden. Solange er konnte, hatte er seine „grünen Hobbys“ wie Jagd- und Schützenwesen gepflegt. „Stubenhocker“ sein – das war ganz und gar nicht sein Ding. Unzählige  Jagdhornbläser hat der frühere Hegeringsleiter ausgebildet. Generationen nannten ihn einfach nur „Doktor“.

Mentrup lernte schon früh, unmittelbar nach  dem Besuch der Volksschule, das jagdliche Brauchtum kennen. Sein Vater Heinrich nahm ihn dabei unter seine Fittiche. Zur Familie gehörten außerdem ein Bruder und zwei Schwestern. Nach dem Abitur begann Walter Mentrup ein Betriebswirtschaftsstudium und promovierte. Beruflich war er in den folgenden Jahrzehnten bei der Firma Krupp aktiv – bis zu seiner Pensionierung.

Seit dem Erwerb des Jagdscheins schärfte „Doktor“ den ihm typischen „Instinkt für Wild“ in der Bauerschaft Oestrich, später ebenso in Gerlos (Österreich). Zugleich wuchsen seine Verdienste auf dem Gebiet des Signalblasens.

Bis 1952 gab es in Ahlen nur einen Jagdhornbläser – den Förster Fischer, der in Diensten des Barons von Boeselager stand. 1953 änderte sich das: In der Gaststätte Quante wurde die erste Jagdhornbläsergruppe gegründet. Sie bestand aus fünf Bläsern, die auf den Treibjagden in den Ahlener Revieren ihre Signale ertönen ließen. Diese dienen vor allem der Orientierung der Jäger im Gelände, aber auch der Jagdkultur.

In den Jahren 1957/58 stellte Dr. Walter Mentrup fest, dass in der Wersestadt noch eine weitere Bläsertruppe übte. Es gelang ihm, diese beiden Gruppen zusammenzufügen und zu erweitern. Im Laufe der Zeit wuchs die Gruppe auf 14 Bläser an und startete auch auf Kreis- und Landesebene.

Im Jahr 1969 errang Dr. Walter Mentrup die Königswürde im Bürgerschützenverein Ahlen. Zur Mitregentin wählte er Renate Wältermann. Seine Schießkünste sicherten ihm darüber hinaus so manche Plakette. Beim Kommers stellten seine Schützlinge aus den Bläserreihen immer wieder ihr Können unter Beweis.

Auch die drei Söhne – Winfried, Andreas und Thomas Mentrup – sind dem „grünen Hobby“ ihres Vaters eng verbunden geblieben. Sogar mit dem Enkel ging Dr. Walter Mentrup später noch zur Jagd und gab die jahrzehntelange Erfahrung gerne weiter.  Im hinteren Teil der Gaststätte „Lindenhof“, direkt neben einem Wohnhaus an der Weststraße 88, hielt Walter Mentrup regelmäßig die Probentermine ab. 

Die enge Verbindung zu „seinen“ Schützen ließ sich Mentrup bis zuletzt nicht nehmen. Schon von schwerer Krankheit gezeichnet besuchte er im November 2021 das Martinsgansessen im Kreise der ehemaligen Majestäten. Es war sein letzter öffentlicher Termin, bei dem er selbst eine gewisse Abschiedsstimmung aufkommen ließ. Er war sich bewusst, dass ihn die Erkrankung bald doch „umhauen“ würde. wie er sagte. Mit einem letzten „Horrido“ werden ihn in diesen Tagen sicher so manche Familienmitglieder, Freunde und Wegbegleiter ehren.

Dr. Walter Mentrup

Dr. Walter Mentrup

Text: Christian Wolf